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Chronik der Sektion Edelweiß München


Stand 2016, © Hermann Hübel

Bereits 1869 gründeten Bergbegeisterte und Bergsteiger nach den Ideen des Gletscherpfarrers Franz Senn aus dem Ötztal in München den Deutsche Alpenverein. Vier Jahre später schloss er sich mit dem österreichischen Schwesternverband zum Deutschen und Österreichischen Alpenverein D.u.Ö.A.V. zusammen.
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Ortsgruppe München in Pfunds in Tirol

Die Wurzeln der Sektion Edelweiß gehen zurück in das Jahr 1910. Damals haben sich sechs Mitglieder der Sektion München zusammengeschlossen und sind zur Sektion Pfunds im oberen Inntal kurz vor der Schweizer Grenze als Ortsgruppe München übergetreten. In den Aufzeichnungen ist nachzulesen, dass es das erklärte Ziel dieser Bergsteigergruppe war, sich der kleinsten österreichischen Sektion anzuschließen, da man in der großen Sektion München nicht heimisch werden konnten. Diese kleinste österreichische Sektion war zufällig die im Jahre 1900 gegründete Sektion Pfunds mit knapp zehn Mitgliedern. Der Eintritt in eine Tiroler Sektion hatte noch zwei weitere Vorteile. Zum einen war der Mitgliedsbeitrag günstiger als in einer deutschen Sektion, was allerdings nicht öffentlich gesagt wurde, zum anderen wurde man bei Übernachtungen in Tirol als Einheimischer angesehen. Der „Tiroler Rote“ sollte bei solchen Ausflügen ins nahegelegene Tirol gerne und ausgiebig genossen worden sein. Originalaufzeichnungen über die Ortsgruppe München der Sektion Pfunds liegen ab dem Jahre 1913 vor und sind in handschriftlicher, teilweise künstlerischer Form, in alter deutscher Schrift verfasst. Das Archiv der Sektion seit 1923 bis heute liegt in digitalisierter Form auf CD vor.

Obwohl sich die Mitglieder der Ortsgruppe mehr als Bergsteiger der geselligen Richtung verstanden, wurden Anschlusssuchende kritisch gemustert und bedurften einer gewichtigen Fürsprache. Man war ständig bestrebt, die Anzahl der Mitglieder der Ortsgruppe klein zu halten. Trotzdem hatte die Ortsgruppe im Jahre 1914 bereits 42 Mitglieder. Der 1. Weltkrieg erlahmte die alpinistischen Aktivitäten, da viele Mitglieder Militärdienst leisteten. Nach dem Krieg im Jahre 1919 wurde Ignaz Wismeyer zum Vorsitzenden der Ortsgruppe gewählt, er brachte Dynamik ins Vereinsleben. Von 1919 bis 1922 verdoppelte sich die Mitgliederzahl auf 95. Dieser rasante Mitgliederzuwachs war insbesondere den Gründern der Ortsgruppe ein Dorn im Auge, denn ihr Ziel war es ja einem kleinen überschaubaren Verein anzugehören. Ab 1919 wurden sogar Damen in die Ortsgruppe aufgenommen, vorausgesetzt dass sie die Pflichten eines Mitgliedes erfüllten. In manchen anderen Münchner Sektionen können Frauen erst mehr als 60 Jahre später Mitglied werden.

Die Sektion Pfunds selbst zählte 1919 drei und 1922 nur noch zwei Mitglieder, darunter der 1. Vorsitzenden, Eduard Senn, und ein zweites Mitglied mit Wohnsitz in Schwaz. Die Ortsgruppe München hätte gerne den Status innerhalb der Sektion Pfunds beibehalten, dieses geht aus der Niederschrift der Hauptversammlung von 1921 hervor. Man wollte es nicht der Sektion Neuland nachmachen, die sich in diesen Tagen als ehemalige Ortsgruppe der Sektion Saalfelden selbständig gemacht hatte. Allerding waren alle Bemühungen das Sektionsleben der Sektion Pfunds wieder zu beleben eher erfolglos. Der Hauptausschuss des D.u.Ö.A.V. und der Vorstand der Sektion Pfunds forderten die Ortsgruppe München auf, eine eigenständige Sektion zu gründen.

Sektion Edelweiß des D.u.Ö.A.V. 1923 gegründet

Der Abschied von der Sektion Pfunds fiel der Ortsgruppe nach dreizehn Jahren der Verbundenheit nicht leicht. Am 13.12.1922 wurde in einer Mitgliederversammlung in München die Auflösung der Ortsgruppe München in der Sektion Pfunds beschlossen und zugleich ab 1.01.1923 eine Sektion mit dem Namen Edelweiß als damals 13. Münchner Sektion zu gründen. Dabei waren 81 Mitglieder anwesend. Der Mitgliedsbeitrag wurde wegen der fortschreitenden Inflation auf 800 Mark und die Aufnahmegebühr auf 300 Mark festgesetzt. Die Gründungsversammlung schloss knapp vor Mitternacht mit einem kräftigen „Berg Heil“. Die Sektion Pfunds wurde aufgelöst.

Im ersten Vereinsjahr 1923 startete die Sektion Edelweiß mit 98 Mitgliedern, 5 Damen und 93 Herren. Elf Sektionsmitglieder waren zusätzlich bei der 1920 gegründeten Bergwacht tätig.

Aus den präzis niedergeschriebenen Jahresberichten geht hervor, dass sich mit der Sektion Edelweiß eine sehr aktive Gemeinschaft in den Kreis der Münchner Alpenvereinssektionen eingefügt hatte. Man hatte den Drang in die Natur und in die nahe Bergwelt. Von gemeinsamen Wanderungen und Badeausflügen mit dem Fahrrad ist die Rede. Auch von Kursen im Klettergarten Buchenhain, vom Sommer- und Winterbergsteigen wird berichtet. Winterbergsteigen und Skifahren waren in den 20er Jahren etwas ganz neues. Der alpine Skilauf entwickelte sich erst in den 50er Jahren mit dem Bau von Seilbahnen und Liftanlagen zum Breitensport. Das Vortragswesen stand schon damals auf hohem Niveau. Die Geselligkeit wurde traditionsgemäß gepflegt. In Otto Friedl mit seinen Schrammeln hatte man sogar eine sektionseigene Musikgruppe. Bei Edelweißfesten und Winterabschlussfeiern ging man erst am frühen Morgen nach Hause, nachdem man kräftig das Tanzbein geschwungen hatte.

Schon im Gründungsjahr etablierte sich innerhalb der Sektion eine Skiabteilung, die mächtigen Zulauf hatte. Zwischen dem Vorstand der Sektion und der Leitung der Skiabteilung kam es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten, die dazu führten, dass Wismeyer nach einer Abstimmungsniederlage Ende 1925 sein Amt zur Verfügung stellte. In einer Kampfabstimmung war von 84 anwesenden Mitgliedern 29 dagegen, worauf die 29 unterlegenen Mitglieder der Skiabteilung den Saal verließen. Wismeyer wurde wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Mitglieder der Skiabteilung traten größtenteils aus der Sektion aus und gründeten den Skiclub Edelweiß. Damit ging für die Sektion die als Skihütte gepachtete Rottachalm im Wallberggebiet verloren. Der Skiclub Edelweiß existiert heute nicht mehr.

Nach diesen turbulenten Gründungsjahren folgten Jahre in voller Harmonie, sodass zwei lustige Zwischenfälle aus dem Jahre 1927 erwähnenswert sind:

Für den Winter 1928/29 konnte wieder eine Skihütte gepachtet werden. Es war die Schuhbräualm an der Ramboldplatte. Erreicht wurde die Hütte von Brannenburg aus und Brannenburg erreichte man mit der Eisenbahn. Es wird von vielen frohen Stunden auf der Schuhbräualm berichtet, obwohl die Pacht zu finanzieren war und zudem auch in dieser Zeit von extrem schneearmen Wintern berichtet wird. Die allgemein schlechte wirtschaftliche Situation wird in den Niederschriften der beginnenden dreißiger Jahre oft erwähnt. Man musste jeden Pfennig zweimal umdrehen bevor er ausgegeben wurde und es gab einige Mitglieder, die aus wirtschaftlichen Gründen ihren Austritt aus der Sektion erklären mussten. Arbeitslosen wurde ohnehin schon der Sektionsanteil des Jahresbeitrages in Höhe von 10 Reichsmark erlassen.

Bemerkenswert ist auch, dass eine der großen Münchener Sektionen, die Sektion Oberland, im Winter 1929 für Mitglieder aller Münchner Sektionen Skikurse anbot an, um eine einheitliche Skilauftechnik im Alpenverein zu fördern.

Mit dem Jahre 1930 endete die Amtszeit des damaligen Schriftwartes Hans Brunner nach 5jähriger Tätigkeit. Dies ist zu erwähnen, weil Brunner in seiner wunderschönen deutschen Handschrift alles aus dieser Zeit für uns akribisch festgehalten hat.(s. Sitzungsniederschrift - klicken sie rein um es zu vergrößern.)

1931 hatte dann die Sektion den ersten tödlichen Bergunfall zu beklagen. Der hoffnungsvolle junge Extrembergsteiger Hans Brehm kam mit 21 Jahren bei dem Versuch der Erstdurchsteigung der Nordwand des 4208 m hohen Granden Jorasses in der Montblanc-Gruppe mit seinem Seilgefährten Leo Rittler bei einem Wettersturz ums Leben. 1930 war ihm zusammen mit Hans Ertl die Erstdurchsteigung der Königsspitze Nordwand gelungen.

Dunkelste Kapitel in der Geschichte des Alpenvereins

Die Machtübernahme 1933 durch Adolf Hitler und die NSDAP hatte sofort und unmittelbar Auswirkungen auf den Deutschen Alpenverein und dessen Sektionen. Der Deutsche Alpenverein wurde als „Fachverband Bergsteigen“ in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert, der 1. Vorsitzende avancierte zum Sektionsführer. Die Satzung musste auf politischen Druck geändert werden, so dass nur noch Arier Mitglied werden konnten. Der Passus „der Verein ist unpolitisch“ wurde gestrichen. Bei vielen Sektionen fiel diese Neuerung allerdings auf fruchtbaren Boden. Einige Sektionen des D.u.Ö.A.V. hatten bereits ab 1907 jüdische Mitglieder ausgeschlossen. Als Auffangbecken diente die 1921 gegründete Sektion Donauland des D.u.Ö.A.V., welche dann allerdings bei einer außerordentlichen Hauptversammlung 1924 im Deutschen Theater in München aus dem Gesamtverein ausgeschlossen wurde. 89 % der Sektionen stimmten damals für den Ausschluss. In den Jahresberichten des Zweiges „Edelweiß“ e.V. dieser Zeit ist vermerkt, dass der Zweig „Arier rein“ wäre.

In das Jahr 1933 fiel auch das 10jährige Jubiläum der Sektion. Wismeyer war aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine Feier, der 2. Vorsitzende Hans Kalb war der Meinung, dass das 10jährige gefeiert werden muss. Es wurde mit dem Ergebnis abgestimmt, dass trotz schlechter wirtschaftlicher Lage und leerer Vereinskasse das 10jährige Sektionsjubiläum zu feiern ist. Neben den üblichen Vorbereitungen wurde sogar die Kleiderordnung für die Männer festgelegt, man einigte sich auf die kurze Wix (Lederhose). Über die Kleiderordnung für Damen ist nichts niedergeschrieben worden:

Der Kostenvoranschlag lautete folgendermaßen:

Polizeierlaubnis für die Tanzgenehmigung 25,00 RM
Lustbarkeitsabgabe 30,00 RM
Musik 37,50 RM
Sonstiges 10,00 RM
Summe: 104,50 RM
Auch für die Überschreitung der Polizeistunde musste die Erlaubnis eingeholt werden, sie wurde bis 3 Uhr morgens genehmigt. Das Fest selbst war dann ein voller Erfolg, die Sektionskasse wurde nicht strapaziert und sogar Wismeyer fand im Nachhinein lobende Worte für die Initiatoren und Organisatoren des Festes.

Vom Winter der Jahre 1935/36 wird wieder von katastrophal schlechten Schneeverhältnissen berichtet und der Verpächter der Schuhbräualm verlängert den Pachtvertrag nicht. Er war sich mit einer Abteilung der Wehrmacht einig geworden. Ein geeignetes anderes Objekt war kaum aufzutreiben. Man befasste sich zwangsläufig mit dem Gedanken, eine eigene Hütte zu bauen. Wiesmeyer stellte bei einer außerordentliche Mitgliederversammlung am 7. Juli 1936 die Frage: „Glaubt die Hauptversammlung die Bedürfnisfrage für eine Sektionshütte bejahen zu müssen?“ Die Antwort hierauf lautete einstimmig „ja“. Schon während der Versammlung ergab sich beim Umlauf einer Zeichnungsliste für Schuldscheine bei vierzig anwesenden Mitgliedern ein Betrag 2080 RM. In die engere Wahl für den Standort des Hüttenbaues wurden das Spitzingsee- und Benediktenwandgebiet genommen. Die Versammlung schloss mit einem freudig aufgenommenen „Berg Heil“ auf das „fernere Blühen und Gedeihen“ der Sektion.

Mehr zum Hüttenbau

Der 2. Weltkrieg erzwang einen Niedergang der Vereinsaktivitäten. 1941 waren bereits über die Hälfte der Sektionsmitglieder zur Wehrmacht eingezogen worden. Das Jahr 1943 gab keinen Anlass, das 20jährige Sektionsjubiläum zu feiern zumal um eine Reihe von Sektionskameraden getrauert werden musste, die an der Front, in Frankreich, in Holland, in Norwegen und in der Ukraine ihr junges Leben gelassen hatten. 1943 herrschte immer noch der Glaube vor, die Opfer für eine gute und gerechte Sache zu erbringen. Die Sektionsgeschäfte wurden auf das Notwendigste beschränkt, da die Vorstandschaft nicht mehr vollständig besetzt werden konnte. Die letzte Aufzeichnung während der Kriegszeit stammt vom März 1944, dann gingen im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus. Die Jahre 1945 bis 1947 brachten die Sektion an den Rand der Existenz, nur wenige wussten noch etwas voneinander. Mangelnde Räumlichkeiten, kein Heizmaterial und Versammlungsverbote legten das Vereinsgeschehen völlig lahm. In den letzten Kriegsjahren und danach wurde die Längenberghütte mehrmals aufgebrochen und ausgeraubt. Dank der unermüdlichen Bemühungen von Wiesmeyer fand im November 1945 ein Treffen der verbliebenen Mitglieder statt. Zitat aus dem Protokoll dieses Treffens:

„Der Vorstand beleuchtete sodann die gegenwärtige Lage und führte hierzu dem Sinne nach folgendes aus: Das Deutsche Volk geht einer dunklen, sicher aber einer schweren Zukunft entgegen. Es hat 12 Jahre lang unter einer anmaßenden, brutalen Parteiherrschaft gestanden. Es erbrachte durch eine Politik des Wahnsinns die den zweiten Weltkrieg verursachte, ungeheure Opfer an Gut und Blut und hat, nach dem Ausbleiben des vielversprochenen Endsieges, eine militärische Niederlage und einen Zusammenbruch erlebt, wie es die Weltgeschichte bisher noch nicht gekannt hat. Bettelarm steht es da, beraubt seiner materiellen und geistigen Güter und beladen mit dem Fluch bestialischer Scheußlichkeiten, verübt durch eine wildgewordene Horde von Verbrechern, die sich selbst als Mustergermanen und von der Vorsehung Berufene bezeichnet haben. Das Deutsche Volk steht nicht nur bildlich gesprochen vor einem Trümmerhaufen und der Gedanke an den Wiederaufbau ist belastet mit der Sorge um das tägliche Brot.“

Mitten in diese ersten Regungen des Alpenvereins verboten die Besatzungsmächte 1946 die Organisation. Erst im Mitte 1947 wurden die strengen Bestimmungen nach langen Verhandlungen wieder etwas gelockert. Die Sektion Edelweiß durfte sich unter dem Namen Alpenklub Edelweiß wieder neu gründen. Zwei Aufgaben, den Bestand der Sektion über die Kriegszeiten hinüber zu retten, verbunden mit der Aufgabe die Verbindung unter den Sektionsmitgliedern aufrecht zu erhalten, sah Wiesmeyer 1948 als erfüllt an. Er übergab nach einer 25jährigen, turbulenten und dramatischen Amtszeit den Vorsitz der Sektion an Josef Reischbeck.

In Deutschland und mit der Sektion geht es aufwärts

In den folgenden Jahren geriet die Sektion wieder in ruhiges Fahrwasser. Im Jahre 1951 wurde der Deutsche Alpenverein in Würzburg neu gegründet und unser Verein dufte wieder den Namen Sektion Edelweiß des Deutschen Alpenvereins führen. In Reischbeck‘s Amtszeit fiel auch der Bau der Wasserleitung und des schönen Brunnens vor der Längenberghütte. Das beschwerliche Holen des Wassers von einer Quelle am Bach mit einem Joch, an dem man rechts und links einen Kübel hängen musste, hatte damit ein Ende.

Nach Josef Reischbeck übernahm 1955 Sepp Glasl (*1927 +2015) für 27 Jahre die Leitung derSektion. Sepp Glasl's hartnäckigem Einsatz verdanken wir heute, dass die Längenberghütte seit 1971 auf sektionseigenem Grund steht. Ihm gelang es, Bauern unter einen Hut zu bringen und zum Verkauf zu bewegen. ln der Amtszeit von Sepp Glasl hat sich die Mitgliederzahl der Sektion auf 280 erhöht. Von 1982 an bis 2002 war Max Leonhard 1. Vorsitzender. Er trat 2002 überraschend zurück.
Hermann Hübel, zu diesem Zeitpunkt 2. Vorstand, übemahm die Vereinsleitung und führte den Verein zur bis zur Mitgliederversammlung 2016. Mit Lore Zimmermann wurde die Frau 1. Vorstand des Alpenvereins Edelweiß München gewählt. Sie ist die sechste Person seit der Gründung des Vereins, die dieses Ehrenamt ausfüllt.
1984 führt der damalige Kassier Roland Munz den Bankeinzug für alle Mitgliedsbeiträge ein. 1985 wird wird erstmals ein Naturschutzreferent gewählt. Heute ist der Deutsche Alpenverein ein anerkannter Naturschutzverband.
2004 hat sich der Verein von Sektion Edelweiß des DAV e.V. in Sektion Edelweiß München des DAV e.V. umbenannt, amit er als ein Münchner Verein erkannt wird.
Seit 2012 hat der Verein einen eigenen, persönlichen lnternetauftritt unter www.alpenverein-edelweiss-muenchen.de.

Vom 10jährigen Jubiläum und der Feier aus diesem Grund wurde bereits berichtet. Die Sektion Edelweiß München feiert seit jeher gerne und ausgiebig und Gründe gab es immer. Vereinsjubiläen, Hüttenjubiläen, Hüttenfasching, Sonnwendfeiern, Edelweißfeste und Weihnachtsfeiern waren Gründe um die Mitglieder, Gäste und Freunde einzuladen. Die Musikanten kamen oft aus den eigenen Reihen aber es wurden auch bekannte Musikgrößen engagiert, wie zum Beispiel die Teisendorfer Tanzlmusi, das Wastl Fanderl Quintett, der Kraudn Sepp und die Reisinger Maria (im Bild), Sigi Ramstötter, die Brüder Rehm, Albert C. Hamphrey mit dem Gospelchor der Lukaskirche, der Münchener Oratorienchor, die Kreiburger Sänger, der Erdinger Dreigesang und viele mehr.

Von einigen tragischen Unglückfällen ist zu berichten: Im Juli 1963 verunglücken die Mitglieder Franz Hartl und Hugo Messerer beim Klettern tödlich, ein Haken war aus der Nordwand der östlichen Freyungsspitze ausgebrochen. Hartl war Jugend- und Jungmannschaftsleiter der Sektion. Im Juli 1989 kommen Irmtrud und Armin Schöps, beide Mitglieder der Sektion, beim Wildwasserfahren mit dem Kajak ums Leben. Eine 7köpfige Skitourengruppe verunglückt im April 1993 am Piz Fliana im Unterengadin durch einen Schneebrettabgang. Sechs Skifahrer stürzten über einen 80 Meter hohen Eis- und Felsabbruch. Der Siebente wird 20 Meter mitgerissen, verliert einen Ski, fährt aber zur nächsten Hütte und kann so die Rettungskräfte verständigen. 2 Skifahrer überleben den Sturz schwer verletzt, 2 junge Frauen und 2 junge Männer, darunter Dagobert Kratzer jun., können nur noch tot geborgen werden. Dagobert Kratzer war engagierter Jugendleiter und Jugendreferent der Sektion Edelweiß und ein ausgezeichneter Bergsteiger, Kletterer und Skifahrer. Im Juli 2011 stürzte der junger Bergsteiger, Florian Sätzle, erst 23jährig bei einer Tour auf den Daniel tödlich ab. Besonders traurig für den Verein war das Jahr 2013: Dr. Klaus Irgmaier, 47 Jahre, Schriftführer, verunglückte in seiner Wohnung tödlich. Rita Steidle, 72 Jahre, stürzte bei einer Bergtour bei Zabljak in Montenegro auf einem Schneefeld ab. Und unser Tourenwart und Hochtourenführer Rainer Zimmermann, 57 Jahre, verlor beim Abseilen an der Fleischbank im Wilden Kaiser den Halt und konnte nur noch tot geborgen werden.

Obwohl sich die Sektion mit der Dynamik des Skifahrens in den Anfangszeiten dieser alpinen Sportart schwer getan hat, hat man in den 60er- und 70er-Jahren zu den regelmäßig stattfindenden alpinen Längentalskimeisterschaften Mannschaften der verschiedenen Altersgruppen entsandt. 1971 und 1976 hat die Sektion Edelweiß diese Wettbewerbe sogar ausgerichtet. Am Freitag, am Vortag des Rennens, wurde der Riesenslalomkurs mehrmals eingetreten und dann der Kurs ausgesteckt. Dabei waren oft deutlich weniger Teilnehme vor Ort als dann am Renntag. Bei den Rennen am Samstag wurden bis zu 100 Skiasse gezählt, teilweise auch Halbprofis aus den Skiklubs in Lenggries und Bad Tölz. Damit war die Idee des Volksskirennens nicht mehr erkennbar und es fand sich niemand mehr, den hohen Organisationaufwand zu übernehmen.