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20. Juni 2021

Bachbettwanderung für Kindern bei Fall am Sylvensteinspeicher
mit Fabian

Den Trubel des beliebten Sylvensteinspeichers hinter uns lassend war unser Ziel an diesem warmen, leicht bewölkten Sonntag Vormittag ein versteckter Bachlauf im ruhigeren Vorkarwendel.
Nach einer etwas ereignisarmen Stunde auf einem gewöhnlichen Forstweg mit nur gelegentlichem Blick auf das Scharfreitermassiv wurde es für unsere überschaubare aber motivierte Gruppe schließlich spannender als wir nach kurzem Suchen zwischen jungen Buchen, Fichten und Gestrüpp den alten Wildwechsel fanden der zu einer kleinen Wiese an unseren Bachlauf hinab führte. Nachdem die Rucksäcke abgelegt und die Schokoladevorräte sicher im kühlenden Bach verstaut waren ging es in Badehose und Turnschuhen los flussabwärts das anfangs breite isarartige Bachbett entlang.
Der Anspruch so lange wie möglich trockenen Fußes über provisorische Steinbrücken von Ufer zu Ufer zu balancieren scheiterte dabei schnell an den unzureichenden brückenarchitektonischen Fähigkeiten der verantwortlichen Steineschlepper. Aber befreit von der Sorge um trockene Socken konnten wir uns jetzt bei fast 30 Grad ganz auf den Bachlauf konzentrieren. Denn mehr noch als an der nicht weit entfernten Isar wimmelte unsere Ufer vor Fröschen und Eidechsen und auf den Sandbänken hatten Gemse, Füchse und sogar große Rothirsche zahlreiche Spuren hinterlassen.
An den feuchten Ufern gedieh hier und da das Alpen-Fettkraut, das nach dem Löffel-Sonnentau unsere bekannteste fleischfressende Pflanze ist. In den flachen, strömungsarmen Bachrändern tummelten sich Köcher- und Steinfliegen-Larven. Erstere sind ein Indikator für gute, letztere sogar für sehr gute Wasserqualität.
Kein Wunder also das wir für den knappen Kilometer bis zu den ersten Felsengumpen fast zwei Stunden benötigten. Dort bewies der Bachlauf noch einmal mehr seinen natürlichen Wandlungsreichtum der uns auch nach Jahren immer wieder überrascht. Das zeigte sich als wir eine Gumpe, die das vorige Jahr nicht ganz bis zu den Knien reichte, nun nur noch schwimmend und etwas raxelnd durchqueren konnten. Gerne hätten wir dort nach zwei, drei Walnüssen gegen das erste Magenknurren, noch hinter die nächste Flussbiegung geblickt aber an einem kleinen Wasserfall zwang uns schließlich unser Zeitplan auf den Weg zurück ins Basislager wo ja noch die bachgekühlte Schokolade auf uns wartete.
Die Frösche und Eidechsen haben nun wieder Zeit bis zum nächsten Jahr sich von ihrem Schrecken zu erholen...

Fabian  




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