Unsere Autos parken wir in der Nähe von Schloss Hohenburg und sind dann gleich weiter durch das Hirschbachtal zum Sulzersteig gegangen. Der Pfad schlängelt sich entlang des wilden Sulzbaches steil durch lichten Bergwald und trifft auf die Weiden der Seekar-Almen, die noch dick eingeschneit sind. Durch den folgenden Wald stapfen wir im Schnee und weiter über den matschigen Grat zum Gipfel des Seekarkreuzes, 1601 Meter hoch. Nach einer Brotzeit auf der Sonnenterasse der Lenggrieser Hütte steigen wir über den Grasleitensteig wieder ins Isartal, hier ist aus dem Schnee schon Matsch und Wasser geworden.
Da wir das Schloss Hohenburg so achtlos links liegen ließen, hier kurz seine Geschichte:
Bereits seit dem 11. Jahrhundert gab es bei Lenggries die mächtige Burg Hohenburg, von wo jahrhundertelang
die Geschicke des Isarwinkels gelenkt wurden. Die Adelsgeschlechter kamen und gingen, nach einem Brand wurde
das Schloss 1712 neu errichtet. Ab Ende des 19. Jahrhunderts diente Schloss Hohenburg als Jagdschloss und
Sommerresidenz der Großherzöge von Luxemburg. Herzog Adolph von Nassau hatte den prächtigen Barockbau 1870
erworben. Nachdem er 1890 Großherzog von Luxemburg geworden war, entstand im Isarwinkel eine Art "Luxemburger
Alpenherzogtum". Der Großherzog ging hier im Sommer auf die Jagd und lief im Winter auf dem Schlossweiher
Schlittschuh oder ließ sich in die "Handhabung der Ski" einweihen. Noch bis 1939 war Hohenburg Witwensitz der
bei der Bevölkerung hochgeachteten Großherzogin Maria Anna. 1953 erwarben Landshuter Ursulinen das Gebäude und
richteten dort eine Schule ein. Das St.-Ursula-Gymnasium und die St.-Ursula-Realschule sind staatlich anerkannte
Mädchenschulen. 1990 übernahm das Erzbistum München und Freising die Trägerschaft, da das Kloster den Schulbetrieb
nicht mehr stemmen konnte.
Text und Bilder Hermann Hübel